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Artikelnummer: SK0017050-DE20260513-141324 Kategorie: Schlagwort:

Beschreibung

FISCHGRÜNDE
GEFUNDENE BEDEUTUNGEN

Susanne Wehr spielt gerne mit der Realität und den Bedeutungsebenen, die es unter der Oberfläche des scheinbaren Realismus ihrer Werke zu entdecken gilt. Wie der Goldfisch oder Koi, ein rot gezeichneter japanischer Karpfen, unter der vibrierenden Wasseroberfläche dahin gleitet, so transportiert er den Symbolgehalt des Fisches in fernöstlichen Kulturen. Vor allem der Koi, der gerne paarweise schwimmt, steht für Treue, Fruchtbarkeit und Reichtum.

Aber Susanne Wehrs Bilder basieren nicht auf selbstgefertigten Fotografien dieser Fische. Es sind gefundene Bilder unbekannter Schöpfer, die sie minutiös mit Hilfe von Illustrationsprogrammen am Computer in deutliche Farbfelder zerlegt und stark vergrößert neu zusammensetzt. Dem unbekannten Fotografen der Vorlage war offensichtlich das bewegte Spiel der Fische wichtig - so wichtig, dass er es lange versonnen beobachtete und etliche Farbfotos davon schoss. Diese Bilder haben genau den Charakter, der Susanne Wehr anzieht.

Das umfassende Online-Archiv volks-bild.com ist eine Basis ihrer Arbeiten. Hier sammelt sie Schnappschüsse unbekannter Menschen, von denen sie einige in ihren großformatigen und farblich fein abgestimmten Rekonstruktionen zu Ende führt. Ihre Herkunft von der Malerei ist in ihrem fotografisch geprägten Werk leicht zu erkennen. Souverän setzt sie die Gestaltungsprinzipien der klassischen Kunst ein, um neue, bis ins Detail reflektierte Werke zu schaffen.

Horst Klöver

FISCHGRÜNDE
SERIE GOLDFISCHE UND KOIS

Eine der Kernfragen in der Theorie aktueller Fotografien lautet „ob nun die Wirklichkeit bebildert wird oder aber die Bilder sich an die Stelle der Wirklichkeit gesetzt haben“, schreibt Hubertus von Amelunxen im Vorwort zum vierten Band der „Theorie der Fotografie 1980-1995“. Genau diese Frage wird in den Arbeiten von Susanne Wehr thematisiert, ja visualisiert. Ihre aktuelle Serie von Goldfisch-Bildern entstand auf der Basis von Fotografien aus dem „Volks-Bild-Archiv“*. Es handelt sich also um Zufallsfunde, um Schnappschüsse unbekannter Herkunft.

Technisch gesehen unterzieht die Künstlerin die Fotovorlagen einem handwerklich sehr aufwendigen und auch zeitlich langwierigen Prozess. Dabei werden die Vorlagen Schritt für Schritt in Vektorgrafiken umgewandelt. Vektorgrafiken basieren – anders als Rastergrafiken – nicht auf einem Pixelraster, in dem jedem Bildpunkt ein Farbwert zugeordnet ist. Sie sind vielmehr eine Bildbeschreibung, die die optischen Eigenschaften der Objekte, aus denen ein Bild aufgebaut ist, exakt und klar umrissen in Form von Linien und Farbflächen definiert. Die Erzeugung von Vektorgrafiken entspricht somit in gewisser Weise einer geometrischen Modellierung.

Diese Methode und Technik macht den eigenen, aber auch einzigartigen Effekt und die Qualität der Arbeiten von Susanne Wehr aus. Die Künstlerin ist nicht auf schnell erzeugte Effekte aus, wie sie durch einfache Mausklicks auf Bildfilter erreicht werden können, sondern sie bearbeitet jedes einzelne Motiv oftmals wochenlang. Ein intensiver Prozess also, der bewusst konträr angelegt ist zur Schnelllebigkeit und Flüchtigkeit des Mediums Fotografie. Dadurch gelingt Susanne Wehr eine bewusste Rückbesinnung und Konzentration auf ganz besondere und dennoch einfache, ja alltägliche und unspektakuläre Einzelmotive des Massenmediums Fotografie.

Susanne Wehr beweist bei der Bildauswahl einen untrügerischen Blick und ein empfindsames Gespür für Komposition, Farbe und Licht. Die von ihr ausgesuchten Fotografien sind zumeist ausschnitthafte Schnappschüsse von Goldfischen und Kois, farbenprächtigen domestizierten Vertretern aus der Familie der Karpfen, die im Wasser dicht an der Oberfläche schwimmen. Die zumeist rot-orangefarbenen, rot-weiß oder gelben Fischhäute setzen sich dabei von der überwiegend dunkel erscheinenden, fast schwarzen Wasseroberflächen ab. Die sich darin spiegelnden Lichtreflexionen gleichen weiß-grauen oder hellblauen Farbexplosionen. Es sind unglaublich stimmungsvolle Bilder der symbolträchtigen Zierfische, die nicht zuletzt durch das Spiel der Farben bezaubern.

Manuela Lintl

* Susanne Wehr beschäftigt sich schon seit einigen Jahren mit anonymen Amateurfotos und Dias und hat 2007 die Internetseite www.volks-bild.com ins Leben gerufen. Hier stellt sie ihre Forschungsergebnisse und Funde aus dem großen Bestand ihres Archivs von anonymen Privatfotos in geordneter Auswahl vor.
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